Aktuelles

Krippe in St. Kilian 2025

1. Advent

„Mache dich auf und werde licht!“

So heißt es am Anfang von Jesaja 60. Das Wörtchen „licht“ in diesem Bibelvers wird kleingeschrieben. Es ist demnach ein Eigenschaftswort und beschreibt, wodurch sich der oder die Angesprochene auszeichnen soll:

Er oder sie soll „licht“ werden,
soll Freundlichkeit und Liebe ausstrahlen und keine bösen Gedanken hegen.

Im Urtext wird keine Person im eigentlichen Sinn angesprochen, sondern meint die Stadt Jerusalem beziehungsweise das Volk Israel.

Diesen Gedanken wollen wir in unserem diesjährigen Krippenweg nachgehen!

Für die Begleitung und Verdeutlichung haben wir wieder auf einen in der Gemeinde vorhandenen Schatz zurückgegriffen: die beiden äußeren Teile des Wandteppich Triptychons Himmlisches Jerusalem von Maria Benatzky-Tillmann, geschaffen 1962!

Zum Ende des sogenannt Heiligen Jahres 2025 nehmen wir dessen Motto gerne noch einmal sehr bewusst in den Blick und hoffen so auch seine Botschaft weitertragen zu können:

Pilger*innen der Hoffnung!

1. Advent in der Krippe St. Kilian
Nachruf – Maria Benatzky-Tillmann

Eine der ganz großen, wenn auch stets stillen Textilkünstlerinnen in Deutschland hat uns für immer verlassen: Maria Benatzky-Tillmann starb am 25.Oktober 2014 fast 91jährig in Stuttgart.

Sie war eine der Ikonen der Textilkunst in Deutschland in der 2.Hälfte des 20.Jahrhunderts. Sie wurde in Düsseldorf geboren und studierte dort von 1945 bis 1950 an der Werkkunstschule; gleichzeitig war sie als Gasthörerin an der Kunstakademie eingeschrieben. Seit 1950 arbeitete sie als freie Künstlerin. 1964 erhielt sie einen Lehrauftrag am Werklehrerseminar in Köln, 1969 zusätzlich einen am Heilpädagogischen Institut der Universität zu Köln. Von 1971 bis zu ihrer Pensionierung war sie Kunsterzieherin am Gymnasium in Cochem/Mosel. Danach kehrte sie nach Köln zurück, bis ihr Sohn sie aus gesundheitlichen Gründen zu sich nach Stuttgart holte.

Maria Benatzky-Tillmann hat sich im Laufe ihres langen Lebens in vielen künstlerischen Techniken erfolgreich ausgedrückt: sie hat gezeichnet und gemalt, sie hat gewebt und gefilzt. In den letzten Jahren waren es vor allem ihre „Verknüpfungen“, die mit ihrer unerschöpflichen Freude am Experiment den Betrachter faszinierten. Diese Arbeiten gleichen nicht zufällig Steinen, die von Wind und Wasser geformt wurden, von ihr jedoch in Coudrage-Technik aus Leinen- und Papiergarn geknüpft, geknotet, gefügt und teilweise mit Farbpigmenten gefasst wurden. In diesen kleinen „handlichen“ Objekten mit ihrer ganz eigenen Ästhetik kommen die Erfahrungen eines mehr als 60jährigen Künstlerlebens zum Ausdruck.

Maria Benatzky-Tillmann wird uns allen mit ihren unzähligen Anregungen und Gedankenanstößen fehlen.

Antje Soléau, 30. Oktober 2014

aus: https://gedok-koeln.de/nachruf-maria-benatzky-tillmann/

2. Advent

Es ist heilsam, mit der Hoffnung in Berührung zu kommen, die unserer Seele wesentlich ist.

Ohne Hoffnung kann man nicht leben. „Dum spiro, spero – solange ich atme, hoffe ich“, sagen die Lateiner.

Die Hoffnung ist aber nicht nur Trost, sondern auch Kraft zum Handeln.
Sie befähigt uns, aktiv an der Gestaltung der Welt mitzuwirken.
(Anselm Grün, Benediktinerpater und Geistlicher Leiter des Recollectio-Hauses der Abtei Münsterschwarzach)

„Fragen wir ganz gezielt: Wo begegnet uns Hoffnung im Alltag? Dabei müssen wir nicht unbedingt etwas Großes oder Spektakuläres schaffen. Vielmehr sollten wir die Sinne schärfen und bewusst wahrnehmen, wo alltäglich Hoffnung erlebbar wird.“
(Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Paderborn)

Uns bedrängen Sorgen und Fragen, auch uns ist manchmal „zum Weglaufen“ zumute.
Auch uns kommt in Zeiten der Enttäuschung der Satz der Emmaus-Jünger über die Lippen: „Wir aber hatten gehofft…!“

Du hast ihnen Augen und Herz geöffnet und eine neue Perspektive,
eine Perspektive der Hoffnung geschenkt.
Das erbitten wir auch für uns, für unsere Welt, für deine Kirche.
(aus dem Werkheft der Marienwallfahrt, Werl, 2025)

2. Advent Krippe St. Kilian
Solange ich Hoffnung habe …

3. Advent

Die Träume Gottes durch die Nacht

Von blühenden Wüsten haben wir geträumt, Ewige,
von blühendem Leben auf ausgedörrtem Land.

Dass es noch mehr geben möge als die langen Stunden der Dunkelheit
dass da mehr sei als die ausgetretenen Wege,

Dass wir neuen Mut fassen könnten
und uns aufrichten für den nächsten Schritt.

Dass ich mehr sehen könnte als das, was vor mir liegt
und mehr zu hoffen sei als ich träumen mag.

Sammelst du die ausgeträumten Träume auf,
die ich am Wegrand zurückgelassen habe?

Kannst du die alten Wunden verbinden, die niemand mehr sieht,
und meiner verletzten Seele Linderung verschaffen,
wirst du uns Wege des Friedens sehen lassen
und uns deinen Glanz vor Augen stellen?

Dass deine Träume uns durch die Nacht bringen
und wir aufwachen, dich zu loben:

Das sei mein Lichtblick an der Schwelle zum Morgen
und meine Hoffnung für den kommenden Tag.

Meditation zur adventlichen Jesaja-Lesung (Jes 35,1-6b.10)
Dr. Annette Jantzen

3. Advent Krippe St. Kilian
3. Advent Krippe St. Kilian, Bild 2
3. Advent Krippe St. Kilian, Bild 3

Hoffnung ist kein Zufall.
Sie fällt nicht einfach vom Himmel – aber sie wird uns geschenkt.
Nicht als fertige Lösung, sondern als Kraft, die uns innerlich aufrichtet.
Als Licht, das den nächsten Schritt zeigt. …
Und sie beginnt dort, wo wir bereit sind, anders zu sehen.
Wir sind eingeladen, genau diesen Blickwechsel zu wagen.

„Pilger*innen der Hoffnung“

Was für ein Bild: Menschen auf dem Weg, nicht allein, sondern gemeinsam.
Menschen, die sich tragen lassen von der Sehnsucht nach Leben, nach Frieden, nach Sinn.
Wir alle kennen Momente, in denen uns die Hoffnung abhandenkommt.
Inmitten von Erschöpfung, Unsicherheit und Bruch spüren wir:
Die Welt ist nicht heil. Hoffnung ist kein Schönwettergefühl.
Sie ist eine Bewegung – von innen nach außen und wird lebendig, wenn wir sie teilen, wenn wir hören, was anderen Mut macht.

Sie fragt nicht: Was verliere ich?, sondern: Was darf neu beginnen?
Und sie lebt davon, dass wir sie weitergeben. Hoffnung ist ansteckend.

Wenn eine*r beginnt, anders zu sehen, verändert sich etwas.

Darum lade ich ein, suchen wir doch Hoffnungsgeschichten.
Nicht im Großen, nicht im Perfekten, sondern da, wo das Leben pocht.

  • Wo entdecke ich in meinem Alltag Hoffnungsgeschichten?
  • Wem bin ich begegnet, der Hoffnung ausstrahlt … ?
  • Welche Geschichte könnte ich selbst weiterschenken – als Zeichen:

Es geht weiter, es trägt?
Wenn wir erzählen, was uns trägt, wächst tragendes Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen … offene Augen für das Kleine, das zählt.
Für das Wort, das aufrichtet. Für das Lächeln, das bleibt.
Für das Gespräch, das Mut macht.

Gott ist kein ferner Zuschauer.
Er geht mit uns. Schritt für Schritt. Als Pilger der Hoffnung.

n. Dr. Heiner Wilmer SCJ – Bischof von Hildesheim

4. Advent

Die Winterdunkelheit drückt, doch der Advent schenkt Licht und Hoffnung. Zwischen Wintersonnenwende, alten Liedern und der Botschaft von Johannes leuchtet die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und einer besseren Welt auf.

In diesem Jahr fällt die Wintersonnenwende auf den 4. Advent.

Die Wintersonnenwende wurde schon lange vor dem Entstehen des Christentums gefeiert. Klar: Für Menschen, die ohne elektrisches Licht aufwachsen, muss der Winter noch viel dunkler gewesen sein – und vielleicht auch schwerer durchzustehen. Um so schöner, wenn es wieder bergauf geht mit dem Licht!
Manche steinzeitlichen Stätten sind ganz klar ersichtlich auf die Winter- Sonnwende ausgerichtet: Löcher, durch die nur am 21. Dezember das Licht der Sonne fällt, Lücken in Palisaden, die den Punkt des Sonnenaufgangs am 21. 12. markieren.

Nach grüner Farb’ mein Herz verlangt. Oh ja! Mitten im Winter träume auch ich oft schon vom Frühjahr, wenn die grauen und kalten Tage vorbei sind.
Nach grüner Farb’ mein Herz verlangt…
Dieses Lied ist fünfhundert Jahre alt.
Zu der Zeit herrschte in Europa die so genannte ‚Kleine Eiszeit‘. Vielleicht kennen Sie ja die alten Gemälde, die Winterbilder von Bruegel: Unzählige Menschen laufen auf zugefrorenen Kanälen Schlittschuh. Männer stapfen durch tiefen Schnee. Einige wenige Vögel harren in der Kälte aus. Richtige Wimmelbilder – ich entdecke immer wieder was Neues. So unterhaltsam und fröhlich die Bilder wirken, so bitter ist doch die Not, die dahintersteht. Die Temperatur ist um zwei Grad gesunken. Missernten und Hunger sind die Folge. Bauern verlassen ihre Höfe. Menschen fliehen vor dem Hunger in die Städte. Dort wird es eng. Unruhen entstehen. Nach Grüner Farb’ mein Herz verlangt. Das ist nicht nur die Sehnsucht nach grüner Farbe, es ist die Sehnsucht – nach der verlorenen Leichtigkeit des Seins, nach Sorglosigkeit und Frieden. Wer dieses Lied singt, streckt sich innerlich nach einer anderen, einer besseren Welt und im Singen wird diese andere Welt ein wenig schon lebendig.
Michael Prätorius hat das Lied in eine Sammlung kirchlicher Lieder aufgenommen und ihm damit noch eine Bedeutungs-Ebene hinzugefügt: Die Sehnsucht nach der Farbe Grün steht jetzt für die Sehnsucht nach dem Erlöser. Er bringt wahres Leben und echte Freude. Grün ist die Farbe der Hoffnung. 

4. Advent - 1
4. Advent - 2

Johannes tritt in einer Zeit großer Not auf: Das Volk leidet unter der römischen Besatzung. Die Situation, in der Johannes und Jesus leben, ist schier unerträglich. Auch hier: Hunger und Landflucht.
Zur Zeit, als dieser Text schriftlich verfasst wird – 50 Jahre nach Jesu Tod etwa – liegt die Stadt Jerusalem schon in Trümmern. Die Römer haben den Tempel bis auf die Grundmauern zerstört. Große Teile der Bevölkerung sind ermordet, versklavt oder vertrieben. Eine wahrhaft trostlose Situation.

Lukas erzählt die Geschichte Jesu für seine Zeit. Er erzählt sie für die Zeitzeugen der großen Katastrophe. So wachsen neue Bedeutungsebenen wie Jahresringe um die Geschichte von Johannes und Jesus herum. Eine Stimme ertönt in der Verwüstung: Bahnt Gott einen Weg – mitten durch die Trümmer! Füllt die Löcher, tragt die Schuttberge ab! Das Hohe soll erniedrigt, und was Niedrig ist, soll erhöht werden.
Jetzt sehen wir keine Wüste mehr vor uns, durch die ein Weg gebahnt wird, sondern eine Stadt in Trümmern. Erinnerungen an Berlin und Dresden nach dem Krieg. Bilder aus zerstörten Städten, wie wir sie oft in den Nachrichten sehen.
Lukas erzählt eine Hoffnungs-Geschichte gegen den Augenschein. Er setzt seinen Text gegen die hoffnungslose Wirklichkeit seiner Gemeinde. Die Menschen sollen wissen, dass mitten hinein in das Chaos Gott kommen wird. Er bringt die Dinge zurecht. Daran sollen die Leute festhalten und den Mut nicht verlieren.
Lukas betont aber auch die notwendigen Konsequenzen. Der angekündigte Wandel betrifft alle. Es wandelt sich nicht nur die Welt außen rum. Auch die innere Haltung zur Welt und zueinander muss sich wandeln.
Die Umkehr, die als göttliches Geschenk kommt, erfordert Umdenken. Vielleicht besonders bei denen, die Unrecht erlitten haben. Ein echter Neuanfang ist nötig. Neubesinnung, Umkehr. … Aber wie? Wie soll es weitergehen?
Das Hemd, das zu viel ist, abgeben. Wer genug zu essen hat: teilen. Für die Zöllner: Nicht mehr verlangen als vorgeschrieben. Und für Soldaten: Nicht mehr plündern, nicht vergewaltigen, den Regeln folgen. Auf den ersten Blick ist das doch ganz einfach – oder?

Sobald ich damit beginne, mir lebendige Umkehr ganz konkret vorzustellen – mit allen nötigen Konsequenzen, merke ich zweierlei:
Erstens: Die Konsequenzen sind viel umfassender, als ich das gedacht hätte. Wenn wir wirklich so leben würden, dann wäre unser Besitz gar nicht mehr unser Besitz. Unser Überfluss wäre vielmehr dazu da, denen zu geben, die schlechter dastehen als wir. Der Leistungsgedanke – Motor unserer Gesellschaft – wäre untergraben. Wie sollte man das politisch umsetzen?
Und dann merke ich, zweitens, wie tief ich in unsere real existierende Ordnung verwickelt bin. Sie ist tief in mir verankert – und ich in ihr. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie eine Gesellschaft ohne Eigentum, und wie eine Arbeitswelt ohne Leistungs-Gedanken aussehen könnten. Gleichzeitig sehne ich mich nach einer besseren, gerechteren Ordnung: So kann es doch nicht bleiben.

Es kann sie geben, diese andere Welt, verspricht Lukas. Gottes Ankunft stellt alles in Frage. Das ist … verlockend.
Da wird der Advent zu einer hoffnungsfrohen Lockerungsübung.

Hans Christian Kley , Pfarrer im Schuldienst, Evangelische Landeskirche in Bayern

Weihnachten

Christi Geburt 2025 – damals wie heute verdeutlicht sie, dass sich Gott an uns verschenkt und dieses sich verschenken zu unserem Auftrag macht!

Wir scheinen gerne zu vergessen, dass das Verschenken materieller Güter nicht unbedingt der Sinn der Sache ist! Freikaufen ist nicht der Plan!

Jesus kommt zu den gering Geachteten, in einen Stall, zu dem nicht unbedingt Wohlgerüche, Sauberkeit, Licht assoziiert werden können.

Aber wir sind Lichtträger, wenn wir wie Jesus zu denen gehen, die im Finstern sind. Licht und Liebe werden mehr, indem wir sie weitergeben.

Mache dich auf, werde licht, denn dein Licht kommt.

Das ist eine Einladung an jede und jeden von uns. Es sollen immer mehr werden, damit durch uns unsere dunkle Welt immer heller wird.

Was können wir beitragen, dass Leben für alle lebenswert ist und gelingt?

Menschlichkeit verschenken statt Neid und Argwohn säen –
dann berühren sich Himmel und Erde!

„Bemühen wir uns also darum, dass den Weihnachtsgeschenken ein Sinn echter Schönheit innewohnt, ein Sinn, der uns an die Bedeutung der Geburt Jesu denken lässt, auch an seine Kleinheit, seine Demut und Solidarität“, wünscht sich Papst Leo in einem von der vatikanischen Dombauhütte herausgegebenen Magazin. Eigentlich könne es kein schöneres Geschenk zum Weihnachtsfest geben, als Bedürftige oder Einsame zu sich nach Hause einzuladen.

be a mensch

Bild: Peter Weidemann @ pfarrbriefservice.de

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Weihnachten Krippe St. Kilian

Neujahr

WIR – Pilger*innen der Hoffnung

Unter diesem Motto haben auch wir in St. Kilian uns aufgemacht durch den Advent, der Geburt des Kindes entgegen, das uns hoffen lässt, Licht schenkt, uns zu Menschengeschwistern macht!

Am 6. Januar 2026 endet mit der Schließung der Heiligen Pforte des Petersdoms das sogenannt Heilige Jahr, aber: vielleicht fängt die Arbeit jetzt erst an?!

Es gilt kein Feiermodus mehr, wir sollten uns den Aufgaben stellen, Hoffnung zu verbreiten, wo Hass, Verzweiflung, gezielte Desinformation, Ungerechtigkeit und Zukunftsangst regieren.

Für den Sportclub Disternich findet Christian Wien dafür wunderbare Worte: „Das zu Ende gehende Jahr hat uns wieder mal weltweit vor Herausforderungen gestellt – politische Spannungen, Konflikte und Ungewissheiten begleiten viele Menschen. Gerade in solchen Zeiten wird deutlich, wie wertvoll Frieden, Gemeinschaft und Zusammenhalt sind.

Wir können die Welt nicht allein verändern – aber wir können im Kleinen beginnen: durch Rücksicht, Hilfsbereitschaft, gemeinsame Momente und das Bewußtsein, dass Hoffnung oft dort wächst, wo Menschen füreinander da sind.“

Auch hier in St. Kilian spannt sich ein tragender Faden der Hoffnung. Menschen aus unserer Gemeinschaft haben die Figuren der hoffenden Pilger*innen beschriftet und sich so mit ihren Hoffnungen eingereiht in eine große Menschengemeinschaft.

Lesen wir, was Hoffnung zu schenken vermag.

Vielleicht können wir uns die Inhalte zu Herzen nehmen und sowohl daraus lernen, als auch unser Verhalten darauf abstimmen.

Statt kleinlaut aufzugeben, will ich mit Hoffnung leben!!!
(Eugen Eckert)

Du musst mit allem rechnen – auch mit dem Schönsten!
(Landesbischof Ralf Meister, Hannover)

Gehen wir so getrost ins Jahr 2026 – wir sind nicht alleine!

Dem Licht entgegengehen
Jeder Tag ruft meinen Namen,
dass ich die Möglichkeiten erkenne,
die sich mir heute bieten.
Jeder Tag ruft meinen Namen
und schafft mir Gelegenheiten,
etwas anders zu machen.
Jeder Tag ruft meinen Namen
und will meinen liebenden Blick
auf das, was mir begegnet.
Jeder Tag ruft meinen Namen.
DU bist es, der mich ruft,
dem Licht entgegenzugehen.
Claudia Nietsch-Ochs

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Dreikönig

Es ist schon einige Zeit her, da haben sie eine außergewöhnliche
Himmelserscheinung beobachtet, die drei Sterndeuter: einen Stern, der auf einen besonderen König in Israel hinwies.

Sie waren fasziniert und haben sich auf den Weg gemacht, um diesem König zu begegnen, voller Neugier und freudiger Erwartung. Der Weg war länger und schwieriger als gedacht.
Unerwartete Schwierigkeiten türmten sich vor ihnen auf.
Die Sorgen und Probleme ihres Alltags konnten sie nicht hinter sich lassen.

Manchmal verblasste der Stern, dann war er gar nicht mehr zu entdecken. Der Enthusiasmus des Anfangs wich einer zunehmenden Ernüchterung und Enttäuschung. Aber sie schleppten sich weiter, und sie hielten zusammen. Immerhin.

Nun sind sie müde und schlafen. Sie stecken unter einer Decke.
Träumen sie noch vom Zauber ihres Aufbruchs? Der Stern ist da, aber sie schauen gar nicht mehr hin. Einer wenigstens hat die Augen geöffnet. Er spürt eine sanfte, zärtliche Berührung an der Hand. Ein Engel? Ein Zeichen Gottes in seiner Bekümmernis? Der Engel zeigt auf den Stern.

Schau hin, will er sagen. Geh weiter, der Weg war nicht umsonst.
Mach dich frei von den Vorurteilen und Erwartungen an deinen Glauben, die dich mitunter lähmen. Der, den ihr sucht, ist fern und doch so nah. Er will sich finden lassen, so wie er dich, wie er euch schon immer gefunden hat.

Impulse

  • Unsere Erfahrungen auf dem Glaubensweg sind oft zwiespältig. Was gibt Ihnen die Kraft, weiterzugehen?
  • In unseren von Licht erfüllten Nächten sind die Sterne kaum zu sehen. Vielleicht ist es auch nur der Widerschein der vielen tausend Satelliten, die die Erde umkreisen.
  • Ist auch mir einmal der Stern, der in meinem Leben vom wahren Licht erzählt, erschienen?
  • Darf ich mich dankbar an einen Engel erinnern, der mir meinen Weg neu gezeigt hat?
  • Sie zogen auf einem anderen Weg in ihr Land zurück, heißt es im Evangelium. Das geschah aus Angst vor Herodes und zum Schutz des Kindes. Habe auch ich den Mut gefunden, mich verwandeln zu lassen und andere Wege einzuschlagen? 

Ihnen und den Menschen, die Sie im Herzen tragen, Gottes reichen Segen im neuen Jahr!

Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Dr. Christoph Klock
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt, An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt

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Bild: Der Traum der drei Weisen. Kapitell in der Kathedrale von Autun, vor 1132.
Text: Cancre, 2010 @ Wikimedia Commons

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