Gymnicher Ritt
St. Kunibert
Gymnicher Ritt ist Immaterielles Kulturerbe (23.04.2026)
Der Gymnicher Ritt ist in das Landesinventar des Immateriellen Kulturerbes von Nordrhein-Westfalen aufgenommen worden. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Antrag des Heimatverein Gymnich e.V. zur Aufnahme in die Liste der lebendigen Traditionen positiv beschieden und die Traditionsveranstaltung weiterhin für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen. Zum diesjährigen Gymnicher Ritt soll auch dies auf besondere Weise gewürdigt werden. Neben der bekannten Tradition der größten Reiterprozession im Rheinland zum Festtag an Christi Himmelfahrt, dem 14. Mai, werden ein Film sowie Fotos aus dem Jubiläumsjahr zum 800. Gymnicher Ritt sowie neue Ansteckpins präsentiert werden.
Die Landesjury für das Immaterielle Kulturerbe von Nordrhein-Westfalen würdigt in ihrer Bestätigung „den Gymnicher Ritt als tradierte, lokal tief verankerte und ehrenamtlich getragene Kulturform mit starken historischen Bezügen“. Die Jury hat bei Ihrer Entscheidung insbesondere „die enge Verbindung von religiösem Brauch und Volksfestelementen hervorgehoben“. Der Gymnicher Ritt vereine liturgische, rituelle und gemeinschaftliche Dimensionen und schaffe damit einen öffentlichen Raum, in dem religiöse Tradition, lokales Selbstverständnis und soziale Begegnung miteinander verschränkt seien, über die religiöse Gemeinschaft hinaus gesellschaftliche Resonanz entfalte. Die von verschiedenen Vereinen, Initiativen und Akteuren getragene ehrenamtliche Organisation und Durchführung zeuge von einem breiten Spektrum lokaler und generationenübergreifender wie identitätsstiftender Beteiligung, die ihn auch über die Jahrhunderte weiterentwickelt hätte, heißt es im Bestätigungs- und Gratulationsschreiben des Landes NRW.
Das Land NRW hat den Gymnicher Ritt nun für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.
„Wir sind unheimlich stolz, dass diese Ehre dem Gymnicher Ritt und damit letztlich allen daran Beteiligten zu Teil wird. Und wir sind äußerst dankbar für das Engagement des Heimatvereins Gymnich zur Aufnahme in die Liste des Immateriellen Kulturerbes“, so Joachim Axer, Organisationsleiter des Gymnichers Ritts. „Dass die Bewerbung so erfolgreich war, verdanken wir in erster Linie dem Team um Thomas Fuß und Ludwig Reimers vom Heimatverein, die die als sehr umfassend gewürdigten Ausführungen zum Gymnicher Ritt für die offizielle Bewerbung zusammengestellt und eingereicht haben“, führt Wilfried Breuer vom Kirchenvorstand Sankt Kunibert in Gymnich aus. „Selbstverständlich gehören dazu auch alle am Gymnicher Ritt ehrenamtlich Beteiligten, aus der Kirchengemeinde und den verschiedenen Vereinen des Ortes, allen voran natürlich der Sankt Sebastianus-Bruderschaft und den Sankt Kunibertus-Schützen sowie allen anderen Prozessionsteilnehmenden, ohne die es ja gar nicht erst so stattfinden könne,“ ergänzen beide.
Auch aus diesem Anlass wird in diesem Jahr erstmalig einen Film in Spielfilmlänge über das Jubiläumsjahr des Gymnicher Ritts gezeigt werden, der neben zahlreichen Fotos vom Jubiläum gegen Spenden zugunsten des Gymnicher Ritts für alle Interessierten erhältlich sein wird. Daneben wird es auch neue Pins zum Gymnicher Ritt geben, die neben den bereits bekannten sowie Fotos und Film beim Gymnicher Ritt auf dem Kirchplatz erhältlich sind.
Der „Gymnicher Ritt“ ist eine weithin bekannte, große Reiterprozession mit einer fast 800 Jahre langen Tradition. Er findet jedes Jahr an Christi Himmelfahrt statt.
Der erste Gymnicher Ritt soll 1225 stattgefunden haben. Nach einer alten Sage soll Ritter Arnold I. von Gimmenich während des ersten Kreuzzuges im Nil-Delta in einen Sumpf geraten sein. Als er zu versinken drohte, betete der Ritter zu Gott und bat ihn zu retten und versprach im Gegenzug jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt eine Prozession über die Flure seines Heimatdorfes Gymnich zu halten.
Seit jener Zeit halten die Menschen in Gymnich zur Erfüllung des Gelübdes den Gymnicher Ritt ab. Jedes Jahr lädt die Pfarrgemeinde St. Kunibert Erftstadt-Gymnich zur Gelübde-Wallfahrt zu Pferd und zu Fuß ein. Der Weg der Wallfahrt führt um die Gemeinde Gymnich. In den letzten Jahr nahmen durchschnittlich etwa 150 Reiterinnen und Reiter teil. Selbst während der Corona-Pandemie übernahm eine kleine Abordnung die Fortführung der Tradition.
Zum Ritt werden drei Messen gefeiert, die Pilgermesse um 8 Uhr, anschließend folgt um 9 Uhr die Reitermesse auf dem Rittplatz mit anschließendem Auszug der Reiterprozession. Um 10.45 Uhr feiert die Gemeinde die Heilige Messe. Nach der Segnung der Pferde findet die Schlussfeier mit sakramentalem Segen auf dem Rittplatz statt. Insbesondere die Schlussfeier zieht viel Publikum an und stellt hohe Anforderungen an die Organisation.
Die Ausrichtung des Ritts erfolgt durch die Pfarrgemeine St. Kunibert Gymnich weitgehend in ehrenamtlicher Organisation. Auch die Stadt Erftstadt unterstützt diese Organisation nach Kräften, beispielsweise über Beschilderungen, Fluchtwegskontrollen, und die Überprüfung der ordnungsgemäßen Durchführung durch das Ordnungsamt.
Damit diese für Gymnich und ganz Erftstadt sehr bedeutsame Veranstaltung auch in Zukunft ausgerichtet werden kann, ist der Ritt auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen, denn die Kosten steigen immer weiter. Eine Rittprozession dieser Größenordnung über öffentliche Straßen stellt hohe Anforderungen an das Sicherheitskonzept, und in den letzten Jahren wurden die Vorschriften für Fluchtwegskonzepte und Tierschutz weiter verschärft. Der anschließende Jahrmarkt liegt zwar nicht in der Verantwortung der Kirchengemeinde, zieht aber ebenfalls viele Menschen an, was im Gesamtkonzept immer mit bedacht werden muss.
Damit die traditionsreiche Veranstaltung auch in Zukunft stattfinden kann, hoffen der Kirchvorstand, Pfarrvikar Pikos und die ganze Pfarrgemeinde auf Spenden für die finanzielle Seite des Ritts sowie auf viele neue, helfende Hände. Nur so wird der Ritt in der bekannten Form eine Chance haben, sein 800-Jahre-Jubiläum auch zu erleben. Allen Spenderinnen und Spendern und allen helfenden Händen sei jetzt schon ein herzlicher Dank und ein von Herzen kommendes „Vergelt’s Gott!“ gesagt.
Die Pfarrgemeinde St. Kunibert Gymnich freut sich über Ihre Spende, auf Wunsch selbstverständlich gegen eine Spendenquittung. Gerne können Sie auch einen Dauerauftrag einrichten.
Spendenkonto: Kirchengemeinde St. Kunibert Gymnich
Verwendungszweck „Gymnicher Ritt 190 0003 001“
Raiffeisenbank Gymnich, DE89 3706 9322 3000 3620 17
QR-Code zum Spenden:
Ansprechstelle für Fragen zum Gymnnicher Ritt
Pfarrbüro St. Kunibert
Telefon 02235-5328
gymnicher-ritt@rotbach-erftaue.de
Ansprechpartner für das Marktgeschehen (die Kirmes)
Ordnungsamt der Stadt Erftstadt
Telefon 02235 409-608
E-Mail ordnungsamt(at)erftstadt.de
Ansteckpins zum Gymnicher Ritt
Zur Verleihung der Carl-Schurz-Medaille der Stadt Erftstadt in 2023 und zum 800sten Jubiläum des Gymnicher Ritts in 2025 sind eigens 2 Ansteckpins aufgelegt worden, die für einen Spendenbetrag von 5,00 Euro erworben werden können.
Die Ansteckpins können am Tag des Gymnicher Ritts auf dem Kirchplatz an Sankt Kunibert erworben werden oder per Bestellung beim Pfarrbüro Sankt Kunibert telefonisch 02235 5328, alternativ per E-Mail pfarrbuero.kunibert@rotbach-erftaue.de.
Download zur Information:
Große Auszeichnung für den Gymnicher Ritt
Am Samstag, dem 25. November 2023, wurde dem „Gymnicher Ritt“ in
Anerkennung der langjährigen Brauchtumspflege die Carl-Schurz-Madaille
vom Rat der Stadt Erftstadt verliehen. Dies ist die höchste
Auszeichnung, die die Stadt Erftstadt verleihen kann.
Dankworte von Pastor Pikos
Liebe Frau Bürgermeisterin Weitzel,
liebe Mitglieder des Rates der Stadt Erftstadt,
liebe Gäste,
an dieser Stelle möchte ich mich,
im Namen der Pfarrgemeinde St. Kunibert Gymnich,
des Kirchenvorstandes,
des Ortsausschusses,
der St. Seb. Bruderschaft Gymnich;
der St. Kunibertus Schützengesellschaft,
aber vor allem des Organisationskomitees Gymnicher Ritt und der unzähligen Helferinnen und Helfern, wie auch aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gymnicher Rittes
für die Anerkennung und Auszeichnung mit der Carl-Schurz-Plakette ganz herzlich bedanken.
Ich finde es wunderbar, dass die Kirche vor Ort in der heutigen Zeit noch wahrgenommen wird und die Arbeit der Menschen in Gymnich, trotz des starken Gegenwindes gegen die Kirche, mit dieser Auszeichnung geschätzt und geehrt wird.
Liebe Frau Bürgermeisterin Weitzel,
liebe Mitglieder des Rates der Stadt Erftstadt,
sie dürfen sicher sein, dass wir uns mit allen Kräften weiter für den Erhalt und die Durchführung des Gymnicher Rittes engagieren werden.


