Pilgerkreuz

Am höchsten Punkt auf unserem Weg nach Trier wurde 1997 ein Stein mit einem Pilgerkreuz aufgestellt.

Die unter diesem Stein befindliche Urkunde hat folgenden Text:

Dieser Stein wurde im Zeichen des Kreuzes aufgerichtet, Anno Domino 1997.

Er liegt am Pilgerweg der Matthias-Bruderschaft von St.Kilian in Erftstadt-Lechenich, die Jahr für Jahr unterwegs sind zum Grab des Apostels in Trier, mit guten Gedanken, mit Liedern und Gebeten, mit Freude an der Schöpfung Gottes und in Gemeinschaft mit allen Lebenden. - Er liegt am Lebensweg aller, die vorübergehen oder ihn aus der Ferne sehen und die an sich und ihm den Wandel des Bleibenden und das Bleibende im Wandel erkennen.

Er ist ein Stein des Anstoßes für alle, die in Trägheit und Trübsinn dahinleben. Ein Meilensten auf dem Weg zum Ziel des Lebens. Ein Feldstein zur Orientierung für die Verirrten und ein Grundstein für alle, die auf Christus und die Botschaft des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe bauen.

Er liegt inmitten der Eifel, einer Landschaft von rauher Schönheit, die dem Hungrigen Brot und Wasser spendet, dem Wanderer Wohnung und Bleibe bietet und dem Sucher Antwort gibt auf manche Frage. - Er liegt in der Bundesrepublik Deutschland, einem Land, das an der Schwelle des dritten Jahrtausend neuen Halt auf schwankendem Grunde sucht und - so hoffen wir - das Seine zum Frieden und Fortschritt der Menschheit tut.

Er liegt in einer Welt, wo vielerorts Menschen verfolgt und gequält werden, Millionen auf einen gerechten Anteil an den Reichtümern der Erde hoffen und die natürlichen Grundlagen des Lebens durch Gier und Gedankenlosigkeit gefährdet sind.

So soll er die Lebenden und die Zukünftigen mahnen, Hand, Herz und Verstand für ein menschenwürdiges Dasein in Freiheit und Frieden einzusetzen. - Er soll sie erfreuen, wenn sie in seinem Schatten Rast und Stille suchen. - Er soll sie ermutigen, mit Geduld, Phantasie und Mut für Demokratie und Solidarität, für Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten einzutreten. - Er soll sie erinnern, Gott die Ehre zu geben,

der den Glauben in uns vermehren,
die Hoffnung in uns stärken
und die Liebe in uns entzünden möge.

Geschrieben am 28.September 1997 (U.H.)